24 - Die Blume im Topf
Dieses Prinzip der Zauberwelt Energie, nämlich daß man nur das verstehen,
lernen und am Ende, verändern oder kontrollieren kann, was man liebt, steht im
direkten Konflikt mit allem, was wir jemals in unseren staubigen
Wissenschaftsbüchern gelesen haben.
Da steht immer drin, daß man grundsätzlich immer erst zerstören muss,
draufschlagen, mit Schmerzen und Bestrafung Dinge erzwingen muss, mit Gewalt und
mit der Brechstange rabiat gegen alles, was man haßt, vorzugehen.
Und das ist eine grausame Lüge, und es ist genau diese Lüge, die unsere
originale Zauberwelt in eine lebende Hölle verwandelt hat.
Wenn man Dinge in der Zauberwelt haßt, ablehnt, verurteilt, schneidet man
sich sofort davon ab.
Dann ist keine Verbindung mehr da, und egal, wieviel geschrien wird, passiert
mit dem Originalen gar nichts. Da ist keine Verbindung, dadurch kann auch keine
Veränderung geschehen, und alle richtige, reale und logische Macht und Kontrolle
hört genau in dem Moment auf, zu existieren.
Das einzige, was in der Armutswelt aus Granit dann noch übrigbleibt, ist auf
dem armen Körper herumzuprügeln.
Du bist hässlich, du bist zu schwach, du tust mir dauernd weh, du kommst
zwischen mich und Gott, ich muß dich mehr schlagen, mehr bestrafen. Du verdienst
es nicht, was Schönes zu erleben, oder zu essen. ERST sollst du mir gehorchen!
Und wenn du dann tust, was ich will, vielleicht gebe ich dir dann eine kleine
Belohnung ...
Wenn man so etwas mit einer Pflanze macht, wird einem der totale Wahnsinn
einer solchen Einstellung richtig vor die Augen gesetzt.
Da ist eine kleine Blume im Topf, und sie welkt vor sich hin, weil sie nicht
genug Wasser kriegt, der Topf ist viel zu klein, und außerdem steht sie noch im
Dunkeln, wo es kalt ist, und zugig.
„Scheiß Blume! Wächst einfach nicht richtig! Du solltest sich was schämen.
All die anderen Blumen sind dreimal so groß! Was sagen denn die anderen Leute,
wenn sie so eine scheiß Blume sehen! Dir werde ich es zeigen! Von heute ab
kriegst du nicht mehr einen einzigen Tropfen Wasser, bis du endlich gelernt
hast, vernünftig zu wachsen, anständig stark dazustehen mit vorzeigbaren grünen
Blättern, und mindestens einem halben Dutzend großen, freundlichen Blüten!„
Und das, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist die Geschichte der
Menschheit.
Mit dieser Einstellung geht es halt nicht mehr weiter.
Diese Einstellung bringt uns um, macht uns wahnsinnig, macht uns krank,
kriminell und sehr, sehr gefährlich.
Wir müssen lernen, wenn wir uns selbst retten wollen, anders zu denken, uns
anders zu verhalten, aber vor allen Dingen müssen wir lernen, uns ganz anders zu
fühlen.
Es hat ja überhaupt keinen Zweck, sich vor den Topf zu stellen, in Tränen
auszubrechen und Mitleid für die Blume zu haben. Oder, wie viele das sehr
praktisch tun, einen schnellen Blick auf die Blume werfen und dann sofort losjagen, um den Gärtner totzuschlagen. Mit seiner eigenen Schaufel.
„Du dreckiges Schwein! Du Psychopath! Ich werde es dir beibringen, die arme
Blume so zu mißhandeln! Nun sag, daß es dir leid tut, sag, daß du die Blume
liebst, und du sagst das besser aus vollem Herzen und mit einem Lächeln auf
deiner häßlichen Fresse, sonst schlage ich dich tot!„
Hier ist eine Alternative, und die einzige Einstellung, die uns jetzt
weiterhelfen kann.
Wir gehen zur Blume, und wir sehen sie genau an.
Wenn wir das tun, werden wir sehen, wie die neuen, kleinen Blätter noch gut
sind, die Blume versucht ja, das bißchen Kraft, das noch fließt, da anzuwenden,
wo es am meisten Gutes tut, wo es dem Überleben am meisten helfen kann.
Die Blume hat sich verzweifelt nach links gereckt, weil da das bißchen Licht
herkommt. Sie hat nicht aufgegeben und weint auch nicht, sondern streckt sich,
so gut sie es kann.
Das ist ein System, das Gott erschaffen hat, und man muss es einfach
bewundern, muss es lieben, egal wie welk es auch ist, wie unschön es für die,
die nicht wissen, wie man richtig SIEHT, erscheinen mag.
Du brauchst Licht.
Du brauchst Wärme.
Du brauchst Wasser, und du brauchst
Raum, um deine Wurzeln auszustrecken, und Nahrung aus der Erde holen zu können.
Dir diese Dinge zu verschaffen, ist nichts mehr und nichts weniger, als genau
das zu tun, wofür Gott dich geschaffen hat.
Dich, und alles andere hier, in unserer wirklichen, wahren Zauberwelt.
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