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Lebensperspektive
Ich kenne sehr, sehr viele Leute, die entweder Psychotherapeuten oder deren
Klienten sind (und meistens sogar beides!), und es scheint, daß die folgende
Übung selten oder nie gemacht wird.
Es ist ganz einfach.
Wir nehmen wieder ein Blatt Papier, oder setzen uns vor einen Computer und
nehmen ein frisches Blatt virtuellen Papiers, und schreiben unsere eigene
Lebensgeschichte schön der Reihe nach mit Daten auf.
Wir machen das in der dritten Person und wir machen dabei keinen großen
Aufstand, sondern schreiben einfach so gezielt und kurz wie nur möglich, was so
unser Leben bis zum heutigen Tage denn gebracht hat.
Das könnte zum Beispiel so aussehen:
- 1959 – In Köln, Deutschland geboren. Eltern sind Bauern. Zwillingsbruder
stirbt bei der Geburt.
- 1960 – 2 Monate im Kinderkrankenhaus wegen Asthma.
- 1961 – Fängt an, zu laufen und fällt aus einem Fenster im 1. Stock.
- 1962 – Wird in den Kindergarten abgegeben. Bekommt einen Teddybären, der bis
1972 ein guter Freund wird.
- 1963 – Sexuell mißbraucht vom Bruder der Mutter bis 1970.
- 1964 – Fängt mit der Schule an. Probleme mit Lesen und Schreiben lernen, aber
gewinnt einen Preis im Singen. Singt bis 1996.
Und so weiter, und so fort, bis wir am heutigen Tag ankommen.
Man kann das für eine Woche offen daliegen lassen, falls einem noch was
Wichtiges einfällt, das man in diese Biographie einreihen muß.
Und wenn man sein eigenes Leben auf dem Blatt hat, dann kann man einfach mal
langsam mit der Fingerspitze über diese Daten streichen, von Anfang bis Ende,
und das alles wieder zumindest auf einigen Ebenen an seine richtige Zeit
zurücksenden.
Man könnte auch, falls es da noch tiefe Wunden im Energiekörper gibt, oder
irgendwelche Erinnerungen noch quer liegen, ein wenig Energieheilung betreiben,
bis alles wieder schön fließt, alles wieder schön hell und klar geworden ist.
Man könnte dann auch sagen, „Das war die Vergangenheit," und dann das Blatt
ins Meer schmeißen, oder es verbrennen.
Und anfangen, über eine ganz neue Zukunft nachzudenken.
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